Montag, 10. Februar 2014

Die Anthesterien

Es ist an sich eine Schande, das ich noch nichts über die Anthesterien schrieb. Der jetzige Monat ist nach diesem größten aller Feste in und um dem alten Athen benannt.
Zudem ist es wie die römischen Saturnalien eines der historischen Wurzeln für unser heutiges Karneval, das v.a. in Köln sehr stark und wie ich finde, daher auch sehr ursprünglich gefeiert wird.
Damals wie heute ist es ein Fest, das die Sitten auf den Kopf stellt oder zumindest durchlässig macht. Weiberfastnacht in Köln knüpft an alte Herrschaftstage an, wo Frauen das undenkbare machten, nämlich für die kommenden Tage die Herrschaft an sich zu reißen.
Kein guter Tag für Männer mit Krawatte in Köln zu sein, wenn man nicht Teil des Festes sein will und zulassen möchte, das diese von Frauen abgeschnitten wird.

Aber genug des heutigen Karnevals und zurück zum hellenistischen Fest, das man ebenso feucht fröhlich feiern kann, wenn man will und kann. Es dauert drei Tage. vom 11. bis zum 13. des Monats Anthesterion. Und im Zentrum des Festes steht der Gott Dionysos, der Wein und die Toten.



Dionysos ist der Gott, der mit dem Wein und den Reben verbunden ist. Oft genug heißt es auch das der Wein Dionysos selbst ist. Und wie der Wein selbst ist der Gott für Wahnsinn wie Ekstase und Freude zuständig.
Am ersten Tag dieses Festes wurden die Weinfässer geöffnet, der seit der Ernte damals des letzten Jahres gegärt hat. Der Wein gilt in der Mythologie oft als Ursache für Übeltaten und Verbrechen. Daher galt es als unmäßig und barbarisch ihn unverdünnt zu trinken. Gleichzeitig trank man ihn in dieser Form ständig. Der Alkohol desinfizierte das Wasser und daher war Wein wie später Bier, das gängigste und alltäglichste Getränk. Er galt daher auch als besonderes Geschenk des Gottes, mit dem man nur eben vorsichtig umgehen muß.

Dionysos war und ist auch der Gott des Theaters, dem Spiel der Masken und an seinen Feiertagen gab es besondere Festspiele, die oft politischen Charakter trugen. Nicht selten satirisch und kritisch oder besonders tragsich. Mythen, historische und politsiche Ereignisse (oft Krieg) wurden von bis heute berühmten Autoren auf die Bühne gebracht.

Und Dionysos ist ein Gott der auf besondere Weise mit der Unterwelt und den Toten verbunden ist. Es heißt in dieser Zeit wäre er in die Unterwelt gegangen um seine tote Mutter Semele zu holen, sie wiederzubeleben und erhob sie auf den Olymp als Unsterbliche. Durch diese Tat stehen die Tore des Hades etwas länger offen als sonst und so kehren viele Toten zurück und wandeln unter uns, bis sie wieder zurück in die Unterwelt gebracht werden.

Um nicht weiter unnötig mich zu wiederholen hier ein wunderbarer und ausführlicher Artikel zu den antiken Anthesterien:
http://de.wikipedia.org/wiki/Anthesterien


Da diese zeit mal wieder mitten in der Arbeitswoche lieget feiern viele Hellenisten dies heute eher zurück haltend. Es gibt ein Ritual zu Ehren des Dionysos und wer das Glück hat in der Nähe von Köln zu wohnen, kann dort das regelmäßige verrückte Treiben zumindest in dem Sinne genießen, das er oder sie weiß, wo die Ursprünge liegen und Dionysos danken, das wir manchmal aus dem gewohnten ausbrechen dürfen.
Hier gibt es noch ein paar links zu entsprechenden Seiten:
http://baringtheaegis.blogspot.nl/2013/02/celebrating-anthesteria.html
http://glauxnest.blogspot.de/2010/02/anthesteria-pithoigia.html

Zum Theater eine Empfehlung:
http://www.bbc.co.uk/programmes/b039gly5

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