Donnerstag, 11. September 2014

Simples Ritual zu Ehren der eleusischen Gottheiten

Das folgende Ritual, idealerweise zur Dämmerung nach einem Tag des Fastens abzuhalten, ist in keinster Weise rekonstruktivistisch.


Der Altar wird vorbereitet. Eine Schale für das Trankopfer, eine Schale für Opfer vom Gastmahl. 
Räucherkohle steht bereit.
Kerzen vor Bildnissen der Gottheiten Demeter, Persephone und Hades.

Das Essen und der Wein wird bereit gestellt (Hinweis: u.U. ist Wein nicht angemessen, da lt. dem Mythos Demeter den Wein ablehnte in Eleusis. Mein Fokus ist dies Jahr ein anderer, so dass Wein dabei ist).

Hymnen aus den Überlieferungen des Orpheus.

Anrufungen aller Gottheiten und wohlmeinenden Wesen.

Hymnus Nr. 1 an Musaios (eine englische version findet sich hier)
Ein Opfer von Weihrauch, anschließend ein Trankopfer

Anrufung der ersten Göttermutter, der Erdmutter und Rhea Kybele
Ein Opfer von Gewürzen
Ich rufe dich an oh erste aller Göttermütter, Mutter aller Götter und Göttinnen,
ich rufe dich an oh große Erdmutter und mit dir alle Göttinnen der Erde,
und ich rufe dich an oh große Rhea Kybele, Herrin der Berge und Hüterin des Herzschlags der Erde,
Mutter der herrlichen Demeter,
ich grüße euch und biete euch als Dank dieses Opfer an.
Ohne euch gäbe uns nicht, wäre kein Leben möglich. Ich danke euch und bitte euch
seid wohlwollend und gütig.
Ein Opfer von Wein.

Anrufung der Demeter
Ein Opfer von Weihrauch

"Oh herrliche Demeter, ich rufe dich an und mit dir alle Wesen die die deinen sind. Ich bitte dich, nimm diese Gaben als Dank an, und segne diese Speisen auf das sie in deinem Sinne zu unser aller Nahrung reichen. Uns und allen, die an dem Mahl teilhaben wollen.
Vernimm dieses Lied dir zu Ehren."

Orphischer Hymnus Nr. 39 (siehe auch)
Opfer von Wein. Essen wird bereit gestellt.

Anrufung der Persephone
"Oh göttliche Persephone ich rufe dich und bitte dich zu erscheinen. Bitte nimm diese Gaben an und teile dieses Mahl mit mir und allen, die daran teilnehmen möchten.  Führe und leite uns mit deiner Weisheit und hinab in die Dunkelheit. Sicher und sanft zu Hades dem Herrschenden."

Orphischer Hymnus Nr. 28 (siehe auch)

Erscheine, Persephoneia, Selige Tochter des großen Zeus,
Eingeborene Göttin,
Nimm auf die wohlmeinenden Opfer,
Plutons vielgepriesene Gattin,
Sorgsame, Lebensspenderin!
Dein sind die Tore des Hades
Unter den Schlünden der Erde,
Rechthandelnde, lieblich Gelockte,
Demeters keuscher Sproß - 
Mutter der Eumeniden,
Fürstin der Unterirdischen,
Mädchen das Zeus in heimlicher Zeugung
Einst in Leben berief, des lautlärmenden Eubulos, des Vielgestaltigen Mutter.
Gespielin der Horen, Bringerin des Lichtes,
Heilige, leuchtende Glanzgestalt,
Allüberwindern, Jungfrau,
Prangend im Kranze der Früchte,
Hellstrahlende, Hörnergezierte,
Der Sterblichen einzige Sehnsucht.
Göttin des lieblichen Frühlings, Von duftenden Wiesen erfreut;
In grünenden Trieben läßt du erscheinen deine hehre Gestalt
und vermählst dich im Herbste gewaltsam zum Brautbett geraubt.
Du allein bist Leben und Tod den mühebeladenen Menschen,
Persephone!
Denn du allein bist aller Nahrung und Untergang.
Höre uns, selige Göttin!
Sende uns Früchte hinauf aus der Erde,
laß sprossen den Frieden, gib uns Gesundheit,
die sanfthändge und reiches Leben,
das ein gesegnetes Alter
führe, Königin, in dein Reich und zu Pluton dem Herrschenden!
Ein Opfer von Wein, Essen wird beiseite gestellt als Opfer.
Weihrauch von Aurum Negra oder Myrrhe.

Anrufung des Hades

(Was immer einen bewegt...)
Orphischer Hymnus Nr. 17

Kühnbeherzter, der da wohnt 
In dem unterirdischen Haus
In der Tartarusgäste
Teifschattiger, grauenblickender Au,
Szepterträger, des Erdreichs Zeus,
nimm in Gnaden das Opfer auf!
Pluton, der du des Erdenreichs Schlüssel bewahrst,
und das Menschengeschlecht reich beschenkst
mit den Früchten der Jahre,
Du erlangstes vom dreifachen Los Die Allkönigin Erde,
der Unsterblichen Sitz
Und der Menschen mächtiges Bollwerk.
Du baust deinen Herrscherthron drunten im dunklen Land,
In dem weitgedehnten, balsamhauchenden, unermüdlichen,
unermeßlichen Hades und am finsteren Acheron,
der die Wurzeln der Erde hat.
Walter der Gnaden des Todes den Menschen,
Vielaufnehmender Eubulos,
der einst von der Wiese geraubt der keuschen Demeter Kind
vierspännig herab durch des Meeres Schlund
zur Hochzeit in Atthis Höhlen.
Im eleusinischen Gau: dort sind die Pforten des Hades.
Ein Richter der offnen und heimlichen Werke
wardst du erwählt, du Gotterfüllter,
Allherrscher, Heiligster, glänzend an Ehren.
Gnädig den reinen Feiern gesinnt und den gottesfürchtigen Frommen.
Hör mich, ich rufe dich an:
Güte und Gande erzeige den Mysten.

Opfer von Wein und Nahrung. Ein Weihrauchopfer mit Minze.

Das restliche Mahl und der Wein wird fast vollständig gegessen, aber nur bis man satt ist. Der Rest verbleibt als Opfer an Hestia und die noch hungrigen Wesen.
Das ganze in Stille und Achtung.

An einem anderen Tag kann es dann auch lustig zu gehen. Tanz und Gesang war Teil der Mysterien und vieler antiker Feste.

Die Opfer werden später möglichst draußen entsorgt.

Über die Hymnen kann man noch nachdenken (dabei oder später immer wieder), denn in den orphischen Texten sind immer Hinweise auf tiefer gehende Bedeutungen versteckt.
Diese kann sich je nach Übersetzung sehr verändern oder verdrehen.
Meine dt. Übersetzung ist die von J.O. Plassmann, 1982. Es lohnt sich verschiedene zu finden oder wer sprachlich gut kann (ich kanns nicht), sich dem Original widmen.

Und schließlich, die Geschichte von Eleusis. about Demeter


1 Kommentar:

Dini Pantheacraft (Vagmi Satya-Pratyayani) hat gesagt…

Oh das ist schoen! :) danke fuer's Teilen X