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Dienstag, 27. Dezember 2016

Aphrodite

Mit über einem Jahr Verspätung widme ich mich der Aphrodite. Es ist kein Zufall das es so lange dauert, denn mein eigener Anspruch hielt mich lange davon ab zu schreiben. Ein kleiner Blogeintrag wird ihrem Wesen nicht gerecht noch deckt er annähernd die zahlreichen Quellen ab, die mir zur Verfügung stehn.
Ich musste mich entscheiden und das Ergebnis lest ihr hier. Ich empfehle schwer die angegeben Quellen und diejenigen von euch die eine starke Ergebenheit und Hingabe zu Aphrodite empfinden, rate ich auch in den Antiquariaten zu wühlen und vielleicht findet auch jemand dieses Buch: Aphrodite-Göttin der Liebe von Geoffrey Grigson, einem Dichter und damit Vertreter derjenigen die am meisten der Aphrodite huldigten und zu ihrem Überleben in unserem kollektiven Gedächtnis beitrugen.
Wer ist Aphrodite und welche Rolle hat sie im griechischen Pantheon?

Samstag, 21. Juni 2014

Göttergruppen - Leto, Apollon und Artemis

Diesen Artikel schreibe ich komplett aus dem Bauch heraus und aus der Erinnerung, daher wird er sicher irgendwann überarbeitet. Aber der Blog wurde schon zu lange nicht mehr von mir bedient und gleichzeitig habe ich leider zu wenig Zeit um richtig meine Bücher und webseiten zu stöbern.
Aber nun, nach ein zwei persönlichen Fragen und anderen Vorkommnissen möchte ich auf etwas eingehen, was so manchen Mythenforscher, laienmäßig wie wissenschaftlich, oft veranlasst hinter dem Pantheon eine vom Menschen projizierte Ordnung zu vermuten, der Götter und Göttergruppen zueinander in Beziehung setzt, die Sinn ergeben.
In einem polytheistischen Weltbild gibt es eine ganz wesentliche Eigenschaft: unterschiedliche Kräfte die sich gegenseitig ergänzen, ausgleichen oder ausschließen stehen in einem entsprechenden verwandtschaftlichen Verhältnis zueinander. Die Art der Beziehung seh ich durchaus als menschengemacht, das Kräfte zusammen oder getrennt gehören jedoch als Erkenntnis der Wirklichkeit. Und ob diese eine geistige, emotionale oder von Naturkräften durchzogene Wirklichkeit ist, lass ich mal dahin gestellt.

Donnerstag, 1. Mai 2014

Die Musen und die Liebe zur Wissenschaft

Wenn es etwas gibt womit viele Hellenisten und, ich nenns mal, ihnen geistig verwandte aber nicht minder religiöse oder auch spirituelle Menschen absolut kein Problem haben ist die Vereinbarkeit von Wissenschaft und Glauben.
Im Gegenteil. Derartige Diskussionen wer nun recht hat, während einerseits die Wissenschaft mit belegbaren Theorien und Erkenntnissen arbeitet (von denen wir im übrigen seit dem 19. Jhdt alle in Medizin und Technik profitieren) und andererseits diverse Religionsführer seit Jahren eine eigene "Wissenschaft" basteln um ihren Glauben zu bestätigen, muten v.a. dem traditionellen Hellenisten seltsam an.

Sonntag, 30. März 2014

Das innere Feuer - Hestia Göttin von Heimat und Sicherheit

Es macht meine Lebenssituation und das verarbeiten derselben her, das ich bei den täglichen Ritualen meine Aufmerksamkeit auch sehr auf Hestia ausrichte. Wie durch ein Wunder wird in der Blogwelt Hestia selbst im Moment auch mehr erwähnt und ihre Bedeutung bekommt anderswo ein größeres Licht, obwohl sie gar nicht genannt wird.
Auf die zwei wundervollen Blogeinträge verweise ich gleich hier:
Hestia- Moon in Libra und Hestia-more than just the goddess of home und komme gleich auf das zurück was ich persönlich sagen will.

Samstag, 22. März 2014

Tod und Wiedergeburt, und das Jenseits überhaupt

Es muß am Frühlingsequniox liegen das diverse hellenistische Blogs gleichzeitig über die Idee der Wiedergeburt und der Unterwelt schreiben. Also dachte ich mit einem tiefen seufzen, das ich das auch gern tue, jedoch wird das bei einem kleinen Einstieg erst mal bleiben. Den Gedanken hierzu hege ich schon länger, aber die Vorstellung der Seelenwanderung oder Reinkarnation hat zwar auch, und zwar eigene, Wurzeln und Ursprünge im alten Greichenland zu unterschiedlichen Zeiten, aber es war nie Teil der öffentlichen Religion, noch hatte es da eine besondere Bedeutung was nun mit einem genau passiert, wenn man stirbt.

Samstag, 15. März 2014

Das heilige Tier der Hera

 Der Pfau ist das heilige Tier der Hera.
Unserer kulturellen Prägung gemäß projizieren wir auch Eigenschaften auf ihn wie wir es gern auf Hera tun:
Stolz, Eitelkeit und Arroganz.
Ein Blick über zeitliche und kulturelle Grenzen hinaus zeigt jedoch andere Assoziationen auf. Assoziationen die mit dem Wesen einer Königin der Götter auch viel mehr gemein hat.

Sonntag, 26. Januar 2014

Die Interpretation und Mehrdimensionalität von Mythen: Persephone

Es ist schwer ein Bild von Persephone allein zu finden. Sie wird meist an der Seite ihrer Mutter Demeter, an der Seite von Hades und im Rahmen von Bildern geziegt, die die berühmteste Szene aus ihrem berühmtesten Mythos zeigen: ihrem Raub, auf englisch "rape" was die Bedeutungsttragweite vertieft und verstärkt.

Da ich im Moment ein wunderbares Buch lese; Persephone - Queen of the sacred ways und die Vielfalt der unterschiedlichen Artikel und modernen Poesie genieße habe ich mich auch gleich erinnert welche Bedeutung Persephone und ihr Mythos einst für mich hatte und wie ich es vielleicht wieder ins Bewußtsein holen sollte.
Auch finde ich hier einen Einstieg in die Mythenwelt und ihrer Komplexität und ihrem geistigen Reichtum. Weshalb dieser Text auch als Einführung dient. In das Wesen der Göttin und in den Bedeutungsreichtum, der ihr Mythos entfaltet.

Montag, 25. November 2013

Hera

Hera, Königin der Götter und Herrin des Himmels ist für uns heute eine geheimnisvollere Göttin, als es zunächst scheint. Aber so wie der heldenhafte Weg des Zeus zum König der Götter vergessen ging und aus ihm ein wenig zugänglicher Allgott gemacht wurde, bleibt uns von Hera "nur" ihre Mythen, die ein nicht vollständiges Bild der Göttin zeigen.
Das Bild links zeigt Hera in einer Gestalt die schon sehr stark der Juno ähnlich war und ihre römische Interpretation war ihrem Wesen weitaus zugeneigter. In der homerischen Dichtung war sie zwar eine gefürchtete Gestalt, aber vor allem die streitende eifersüchtige Gattin des Zeus, der sie sogar schlagen und fesseln durfte. Schön das alsweilen auch erwähnt wird, das er hin und wieder vor ihrem Zorn auch sich fürchten durfte und ein moderner Comicautor, O'Connor hat in seiner Mythennacherzählung über Hera, sie als das gezeigt was sie sein könnte.
Zu den Comics
Er schreibt da etwas was mich selbst sehr berührt hatte und heute kann ich so wie er sagen: in gewisser Weise ist Hera meine Lieblingsgöttin.

Montag, 28. Oktober 2013

Zeus - der Göttervater

Ein kurzer Artikel über Zeus ist eigentlich nicht möglich. Außerdem fallen mir zu Zeus viele - auch sehr persönliche - Themen ein, so das seine Beschreibung nur ein Einstieg sein kann.
Ich glaube er ist der am meisten illustrierte Gott, und seine Darstellungen sind nicht ohne Zufall den volkstümlichen Vorstellungen des christlichen Gottvaters ähnlich.

Dieser würde natürlich nie mit Nike dargestellt werden, aber zu dem Thema: Zeus und der spätere Monotheismus, da komm ich ein andermal zu.
Seine wichtigstens Attribute und Symbole ist die Aigis, der Blitz, der Adler und der Herrscherstab. Die Aigis ist auch der Athena zu eigen.
Zeus beschwört mit ihr die Gewitter herauf und sendet den Blitz als seine Waffe. Er ist der Herr des Himmels und damit der beherschenden Elemente. Damit ist er auch der Gott des Regens und der Stürme und der Fruchtbarkeitsgott in der Höhe. Es ist nicht verwunderlich das der Gott von Blitz und Donner Chef im griechischen Götterhimmel wurde. Von keinem anderen Gott ist die trockene und heiße Welt des Mittelmeer so abhängig.

Donnerstag, 24. Oktober 2013

Hephaistos - Gott des Handwerks

Hephaistos (altgriechisch für Feuer)
ist der Gott des Erdfeuers, der Schmiede, der Steinmetze und aller handwerklichen Künste.

Er ist ein Gott, zu dem ich keinen intuitiven Zugang habe, weder positiv noch negtaiv. Wenn ich an ihn denke oder mir seine Bilder ansehe, habe ich keinerlei Empfindungen. Dem entspricht das ich handwerklich unglaublich unbegabt bin.
Dieser Umstand macht mich oft traurig und ich bewunder daher mit einem oft leichtem Gefühl von Neid, was andere mit ihren Händen schaffen können.
Wenn es irgendwo in meinem Wesen einen Zugang zu Hephaistos gibt dann durch seine Werke und die Menschen, die von ihm gesegnet, diese Werke schaffen.
Neben den Dichtungen sind es die Skulpturen, die bei ihrem Anblick in mir das erste Mal Gefühle von Sehnsucht und Hingabe an die Gottheit weckten. Und passenderweise war und ist das öfter Athena.
Die beiden gehören in gewissem Sinne zusammen, aber dazu gleich.

Montag, 14. Oktober 2013

Athene

Gestern war ich bei Freunden und schwärmte zu später Stunde von Athene, und was ich in ihr sehe und in ihrem Mythos erkenne. Eigentlich wollte ich noch gar nicht von ihr schreiben, denn in der Figur der Athene, oder Athena wie ich sie lieber nenne, treffen die unterschiedlichsten Sichtweisen und Ansichten die im Laufe der Jahre mich beschäftigten zusammen.

Dabei wurde sie nie meine persönliche Schirmherrin oder Schutzgöttin oder Lehrerin (patron deity auf englisch, eine adäquate Übersetzung gibt es nicht). Sie war alsmal in meiner Wahrnehmung plötzlich da, hinterließ einen heftigen Eindruck, wurde von mir vergessen und als ich sie wieder fand wurde mir klar, das eine Gottheit zu "vergessen", die soviel Gutes bringen kann, keine gute Idee war.

Bevor es noch persönlicher wird hier kurz wer sie ist.

Athene ist die Göttin der Weisheit, der Klugheit, der Künste, des Handwerks, der Verteidigung (der klugen Kriegsführung),
der Erfindungen, der Wissenschaft, der Weitsicht und sie verkörpert Mut und Tapferkeit. Sie ist eine der ältesten Göttinen Griechenlands, denn ihr Name wurde schon in mykenischen Buchstaben geschrieben. Es heißt, sie war in der Lage als einzige den Olymp zu verteidigen und ist absolut unbesiegbar. Sie trägt die Göttin Nike (Sieg) in zahlreichen Abbildungen auf ihrer Hand. Ihre Figur ist Vorbild für die uns bekannte antike Gestalt der Gerechtigkeit der Gerichte, die blind ist und eine Waage hält. Aber so sehr Athene auch dies verkörpert, blind, ist sie nicht.
Das besondere an Athene ist, das sie keinen bezug zu einem materiellen Element hat, wie andere Götter des Pantheons. Sie ist eine rein geistige Göttin und verkörpert den Ethos.

Ihre Enstehungsgeschichten heben genau das hervor und waren wohl auch Grund für die Enstehung des Mythos, das sie aus dem Haupt des Göttervaters entsprang nachdem er, mytholgisch gesehen vor einiger zeit, seine erste Gattin Metis (=Weisheit) verschlang, weil er sich vor ihrem Nachwuchs fürchtete. Sie springt in voller Rüstung aus seinem Haupt, war auch stets entsprechend unberührbar und zeigte sich vortrefflich in allen Künsten, ob nun männliche oder weibliche und zeigt hierbei ihren androgynen Charakter. Feministische Theologen nehmen dies gern als Vorwand zu sagen, das hier eine weibliche Göttin zwangs vermännlicht wurde und sie nicht mehr wirklich weiblich wäre bis hin das Zeus hier sich als Göttervater "legitimieren musste", weil er sie hervor gebracht hat, was sonst nur der Muttergöttin vorbehalten war.
Ich gehe da nicht weiter drauf ein. Meiner Ansicht nach und andere Autoren drücken dies ähnlich aus, geht bei dieser Interpretation das wichtige und vortreffliche an der Gestalt der Athene verloren.
Die eigenen Erfahrungen die ich von ihr machen durfte in wundervollen Träumen, die ich nie mehr vergessen werde mein Leben lang und mein anderes Leben im Vajrayana-Buddhismus haben mir ihre wahre Größe nur noch mehr verdeutlicht. Zwar gibt es einige Geschichten von ihr, wo sie zunächst als ähnlich schnell beleidigt und rächend erscheint, wie andere Götter des griechischen Pantheons. Aber schnell zeigt sich auch in diesen Geschichten ihre Neigung zur Mäßigung und Verantwortung. Unter ihrer Schirmherrschaft erreichte Athen seine Größe und sie wurde v.a. Patron von diversen geistigen Künsten wie der Wissenschaft und Mathematik, die bis heute ungebrochen Bedeutung haben. Die Philosophie, dort in Greichenland entstanden, drückt in ihrem lateinischen Wort das wesentliche aus: Die Liebe (philos) zur Weisheit (sophie).
Wann immer wir uns bemühen die Wahrheit zu erforschen, ob über uns oder die Welt und den Kosmos, kommen wir der Athene nahe die jenen unberührten und ursprünglichen Geist verkörpert, der die Wahrheit bereits kennt.

Die Wahrnehmung der göttlichen Qualität der Athene konnte gar nicht anders beschrieben werden, als wie es die antiken Dichter vermochten. Unberührt von der materiellen Ebene hat sie sich als das beste von Mutter und Vater verkörpert, die Weisheit mit dem Intellekt des Vaters, der Handlung und Macht verkörpert und bringt sie zur Vollendung. Das Zeus sie fast sofort als seine Lieblinsgtochter nennt ist kein Affront gegen seine Kinder von Hera oder seiner Geliebten. Es zeigt seine eigene Qualität und zeigt auch wie mit dem Erscheinen der Athene eine neue Zeit auf dem Olymp anbrach. Eine Zeit des Friedens, nur von wenigen Querelen überschattet und wie sich Götter und Menschen auf den Weg machten ihre besten Eigenschaften zu entwickeln oder (im Falle von Göttern und Helden) zu vervollkommnen.

Eingeborene Pallas, Heiliger Sproß des gewaltiges Zeus,
Hehre, selige Göttin,
Kriegerisch tummelnd, mächtig an Mut,
Unbekannte, allen bekannt,
Hochberühmte, in Höhlen lebend,
Die da waltet Der Höhen brausender Gipfel,
Und der schattigen Berge;
an Walfestälern erfreust du dein Herz,
du Waffenfreudige, sterbliche Seelen anstachelnd zu grimmigen Zorn;
waffenübende Jungfrau, dein ist der grausige Mut,
Gorgotöterin, scheuend die Ehe,
Handfertiger Künste wohlmeinende Mutter,
Drängerin, Mut erweckend,
Den Bösen, Besinnung den Guten;
Männlich und weiblich wuchsest du auf,
Kampferweckerin, Einsicht, Luftgestaltige Drachin,
Der Gottbegeiserung freund.;
Der Giganten von Phlegra Verderberin, strahlend von Ruhm.
Rossesprengende, Tritogeneia,
Löserin des Bösen, siegbringender Daimon,
Strahlenäugige, Kunsterfindern,
Fürstin, tausendfach angefleht
Stets bei Tag und bei Nacht
Und in den äußersten Stunden:
Höre mein Flehen!
Gib Gesundheit und Sättigung, gib segenspenden Frieden in deiner glücklichen Zeit!
(aus Orpheus, Altgriechische Mysterien, Herausgeber J.O. Plassmann 1992)

Athene im Theoi Projekt
Athene in wikipedia

Samstag, 12. Oktober 2013

Hestia

Hestia, Königstochter
Aus des mächtigen Kronos Geschlecht;
Du wohnst inmitten des höchsten,
Unvergänglichen Feuers:
Weihe die reinen Mysten
Zum Hochheiligen Weihedienst,
Immerblühend, reich an Segen,
Reinen Herzens und wohlgesinnt.
Sitz der seligen Götter, Kraftvolle Stütze den Sterblichen,
Ewige, reich an Gewalt,
Ersehnteste, grünlich-gelber Gestalt
Lächelnde, Selige, neige dein Herz
diesen Opfern, hauche uns Segen
und Gesundheit mit lindernder Hand!
(aus Orpheus, Altgriechische Mysterien, herausgegeben von J.O. Plassmann, Diedrichs, 1992)

Wenn ich von den Göttern erzählen will, muß ich mit Hestia anfangen. Hestia ist die Erstgeborene des Kronos, jenes Gottes dessen Kinder die ersten Olympier waren. Mit Olympiern wird jene herrschende Klasse von Göttern bezeichnet, die meist in der Anzahl von 12 genannt, auf dem Berg Olymp ihren Sitz haben sollen und das einstige Chaos geordnet und schließlich Frieden und Ordnung in die Welt brachten.
Die heutigen Überlieferungen und Quellen auf die sich der moderne hellenische Glauben stützt geht auf die sogenannte archaische und klassische Epoche Griechenlands zurück. Dem zuvor ging ein von Archäologen und Historikern genanntes dunkles Zeitalter voraus. Vor allem weil keiner rekonstruieren kann, was in der zeit genau passiert ist. Die griechische Religion selbst hat ihre Anfänge in der mykenischen Zeit, stark beeinflußt durch die minioische Kultur Kretas. Dann kamen die Einwanderungs- und Eroberungswellen aus der indoeuropäischen Kultur.
Wie die Religion zuvor ausssah, weiß keiner genau. Es ist Homer als erstem zu verdanken, das der Glauben ein geordnetes panhellenisches (allgemein griechisches) Bild bekam. Aber wie auch er ein brutales Bild von Kriegen schilderte (die Ilias und die Odyssee sind sein berühmtes Erbe), war die Wirklichkeit noch immer für uns heute äußerst brutal und grausam. Für die Griechen damals war dies jedoch Ordnung.
Es kann einem eine Idee vermitteln, wie die Erlebenswelt vielleicht zuvor war.  Hinzu kam eine ganz andere Erfahrenswelt, wie wir sie gar nicht mehr so kennen: Die Natur als feindliche Umgebung, ein tatsächlicher Überlebenskampf mit den Elementen, eine Abhängigkeit von Göttern und anderen Wesen, wie sie schon wenige Jahrhunderte später, vom Menschen nicht mehr so wahrgenommen wurde, allein durch ihre Errungenschaften wie Häusern und Feuer.

Oder nicht? es ist ein absolut typisches archaisches griechisches Denken, das alles was seine Existenz hat, seinen Ursprung in einer Gottheit hat. Oder weniger religiös: aus einer unsichtbaren Wirklichkeit, die aus dem Nichts eine Idee, eine Inspiration und Führung gewährt.
Das erste was der Mensch braucht ist Sicherheit, eine Heimat, ein Ort an dem er sich zurück ziehen kann, wo seine Familie wohnt, er seine Nahrung zubereitet, kurz das Zentrum seines Sein dreht sich um das was wir heute sein haus, sene Wohnung nennen würde und Zentrum dieses Heims war früher der Herd. Der Ort, wo das Feuer gehütet wurde.
Das ist Hestia. Sie ist auch daher die Erste der Götter, erhält bei jedem Ritual das erste und letzte der Opfer und war Zentrum der meisten Kulthandlungen in jedem Zuhause. Auch gab es einen sogenannten Staatsherd in Athen, denn Heimat und Zentrum, das durch Hestia gewährt wurde war nicht nur auf das individuelle Heim beschränkt. Ihren Höhepunkt der Verehrung hatte Hestia schließlich als Vesta, in Rom.
Ihr Mythos nennt die hohe Achtung die auch alle anderen Götter ihr entgegen bringen, allen voran Zeus, der ihr seinen Schutz schwor und alle zur Achtung vor ihr anhält. Von buddhistschem Standpunkt ist ihr Mythos und ihre Verehrung auch äußerst spannend. Denn Hestia ist die erste Göttin, die aus Selbstlosigkeit handelt und ihre Wünsche zurück stellt. Ihre Jungfräulichkeit hat sie nicht, weil sie dies so wollte, sondern um einen erneuten Krieg zwischen Göttern zu verhindern, der die ganze Welt wieder mit gerissen hätte. Denn als Apollon und Poseidon um sie warben erhob sich erneuter Streit. So ging sie denn zu Zeus und bat darum Jungfrau zu bleiben und er schwor dies zu schützen.
Hestia blieb mit ihrem friedlichen Wesen nicht auf dem Olymp. Ist sie einerseits Hüterin des Heims, gewährt sie auch Schutz und Obacht jedem, der bei ihr Schutz sucht. Heute könnte sie eine Gottheit der sozialen Einrichtungen und Organisationen sein. Vor allem Asylsuchende wären bei ihr an der richtigen Stelle.

Hestia in Wikipedia

Hestia aus moderner Göttinnenverehrer -Sicht

Hestia im Theoi Projekt